Borries v. Oyenhausen

“Ich sagte im Vorigen: Stößt man auf ein Pferd, dem das Annehmen eines einzelnen Zügelanzuges oder Schenkeldruckes gleich nach dem Aufsitzen besonders unangenehm zu sein scheint, so plage man es nicht zu viel damit u.s.w. Dieser Grundsatz bezieht sich auf alle Anforderungen, die man an das Pferd macht, die ihm sehr schwer werden. Erweckt man im Pferde, sei es nun im Halse, im Druck auf die Ohrendrüsen, im Rücken, oder in den Hinterbeinen zu viel Schmerzen, so sucht das Pferd eine Ausflucht, um diesen zu entgehen, und macht sich in irgend einem Theile steif, um dadurch dem Druck des Zügels oder Schenkels auf den nachgiebig zu machenden Theil zu entgehen. Dieses Sichwehren wird, wenn der Reiter nicht versteht nur nach und nach diesen Zwang durch stufenweise Bearbeitung zu beseitigen, immer größer, und das Pferd wird sowohl im Temperament als im Körper zu Grunde gerichtet. Durch Nachgeben zur rechten Zeit, Verminderung des Zwanges und der dadurch verringerten Schmerzen, wird der gute Wille erhalten und das Pferd geschont und nach und nach geschickt gemacht, denn nur das Gehorchen können führt meistens das Gehorchen wollen mit sich.”

(Borries v.Oeynhausen)

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