Über muskuläre Ursachen, nachhaltige Therapie und die Rolle der Stresspunktmassage
Die Wirkung von Massage beim Pferd – mehr als nur Entspannung
Die positiven Effekte von Massage sind allgemein bekannt:
Sie wirkt entspannend, durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend, schmerzlindernd und gesundheitsvorbeugend. Muskelmassage kann Verspannungen lösen, Verklebungen reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern.
Was im Humanbereich seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, gewinnt auch in der Pferdetherapie immer mehr an Bedeutung – und das aus gutem Grund.
Muskelverspannungen: Die häufigste Ursache von Bewegungsproblemen
Fast alle Pferde entwickeln im Laufe ihres Lebens muskuläre Verspannungen – unabhängig von Einsatzbereich oder Disziplin.
Dabei kommt es nicht selten zu:
- Verklebungen der Muskelfasern
- Bewegungseinschränkungen
- kompensatorischen Fehlbelastungen
- Blockaden in der Wirbelsäule
Man kann heute davon ausgehen, dass über 80 % aller Probleme des Bewegungsapparates eine muskuläre Ursache haben.
Vor diesem Hintergrund wird schnell klar:
Eine osteotherapeutische oder chiropraktische Behandlung ohne begleitende Muskelarbeit hat häufig keine langfristige Wirkung. Denn sehr oft ist nicht das Gelenk das Problem – sondern die Muskulatur und die Faszien, die es umgeben. Die Dysfunktion der myofaszialen Strukturen schränken den R.O.M. (Range of Motion), also den Bewegungsumfang eines Gelenks ein. Massage hilft dem Gelenk diese Möglichkeit zurückzugeben.
Wenn Du Stresspunkte nicht nur erkennen, sondern sie anatomisch korrekt einordnen und sicher behandeln möchtest, bietet die Masterclass Stresspunkt- & Triggerpunktmassage beim Pferd eine strukturierte, praxisnahe Fortbildung.
Du lernst die präzise Lokalisation, Palpation und Behandlung der Stresspunkte nach einem klaren, nachvollziehbaren System – eingebettet in anatomische, myofasziale und neuromuskuläre Zusammenhänge. –
mehr Infos zur Masterclass Stresspunkt- und Triggerpunktmassage
Warum „Einrenken“ keine Lösung ist!
Leider greifen viele Pferdebesitzer noch immer auf sogenannte „Renker“ zurück und hoffen auf schnelle Wunderheilung.
Selten ist aber wirklich etwas ausgerenkt!
Um die Gelenke/Wirbel herum befinden sich Sehnen, Bänder, Muskeln und Faszien – die Beweglichkeit einzelner Wirbelkörper ist extrem gering – ein “Ausrenken” ohne mechanische extreme “Gewalt”-Einwirkung (z.B. durch einen Zusammenstoß mit einem Auto) nicht möglich.
Was tatsächlich passiert, ist eine funktionelle Bewegungseinschränkung:
Ein Wirbelgelenk kann sich verklemmen oder blockieren, wenn Muskeln verspannen, Faszien verkleben oder Gelenkkapseln irritiert sind.
Man spricht in der Medizin von einer „Dysfunktion im Gelenk“ – also einer Störung innerhalb des normalen Bewegungsspielraums. Das Wirbelgelenk ist also vorübergehend (reversibel, also rückgängig machbar) in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.
Wo nichts ausgerenkt ist – kann aber auch nichts eingerenkt werden!
Das Ziel moderner Pferdetherapie ist nicht das „Einrenken“, sondern das Entstören.
Ein guter Therapeut hilft dem Körper, die Blockade selbst zu lösen, indem er die natürliche Beweglichkeit wiederherstellt und die neuromuskuläre Kontrolle verbessert.
Abgesehen davon, dass einige dieser Methoden fachlich fragwürdig oder sogar tierschutzrelevant sind, bleibt ein zentraler Punkt unbeachtet:
Eine nachhaltige Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit, ohne Behandlung der zugehörigen Muskulatur und des faszialen Gewebes, ist NICHT möglich.
Seriöse Osteotherapeuten und Tierphysiotherapeuten arbeiten deshalb heute ganzheitlich – oder im Netzwerk – und beziehen die Muskulatur konsequent in Diagnose und Therapie mit ein. Ferner müssen auch Bewegungsmuster analysiert und korrigiert werden. Denn trotz Beseitigung von Schmerzen nutzt das Fluchttier Pferd einmal gespeicherte Bewegungsmuster weiterhin “trotz” theoretisch besserer Möglichkeiten – Therapeuten reden hier von “Die Lahmheit ist der Feind der Lahmheit”.
mehr zur Stresspunktmassage in der Physiotherapie findest Du hier
Massage wirkt selbstverständlich unabhängig von der Disziplin!
Ob Dressur, Springen, Fahren oder entspannte Ausritte im Gelände:
Die Disziplin spielt für die Wirkung von Massage keine entscheidende Rolle.
Professionell durchgeführte Muskelmassagen verbessern:
- die Beweglichkeit
- die Losgelassenheit
- die Regenerationsfähigkeit
- das körperliche und mentale Wohlbefinden
Oft zeigen sich bereits nach der ersten Behandlung positive Effekte. Kleinere Verspannungen lassen sich schnell lösen, während sogenannte aktive Stress- bzw. Triggerpunkte mehrere Behandlungen benötigen können.
Massage ist daher keine Wellness-Spielerei, sondern ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Pferdegesundheit.
Massage wirkt auch auf Psyche und Nervensystem
Nicht nur der Körper profitiert:
Sanfte, gezielte Berührungen reduzieren Stress, fördern Entspannung und können Angst- oder Unruhezustände positiv beeinflussen. Gleichzeitig wird das vegetative Nervensystem reguliert – mit positiven Effekten auf das Immunsystem.
Massage eignet sich daher sowohl:
- zur Rehabilitation
- zur Leistungsbegleitung
- als Präventionsmaßnahme
Typische Indikationen für Muskelmassage beim Pferd
Eine therapeutische Massage ist besonders sinnvoll bei:
- mangelnder Losgelassenheit
- psychischem Stress
- Bewegungseinschränkungen (bis hin zu Lahmheiten*)
- Steifheit, Stellungsproblemen
- Schmerzreaktionen beim Putzen oder Satteln
- Rittigkeitsproblemen (Händigkeit, Kreuzgalopp, Taktfehler, Verwerfen)
- schneller Ermüdung, Stolpern, Kraftverlust
Wichtig:
Lahmheiten müssen immer tierärztlich abgeklärt werden. Muskelmassage erfolgt in diesen Fällen ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt.
Ein häufig unterschätzter Faktor: Sattel & Equipment
So wirkungsvoll Massage ist – sie kann keine dauerhaften Fehlbelastungen kompensieren.
90 % der Sättel passen nicht
Trotz großer Auswahl sind viele Sättel weder pferde- noch reitergerecht angepasst. Die Folgen sind chronische Verspannungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Passt der Sattel nicht, bleibt jede Therapie ein Fass ohne Boden.
Zu fest verschnallte Nasenriemen
Ebenso problematisch ist der häufig zu feste Einsatz von Zaumzeug. Permanenter Druck auf sensible Nerven- und Gefäßaustrittspunkte am Pferdeschädel ist schmerzhaft und stressfördernd.
Verspannungen der Kaumuskulatur sind daher in der Praxis extrem häufig.
Die Stresspunktmassage – gezielt, effektiv, nachhaltig
Hier setzt die Stresspunktmassage an.
Fast alle Pferde entwickeln im Laufe der Zeit Stress- bzw. Triggerpunkte:
lokal schmerzhafte Muskelverhärtungen, häufig im Übergangsbereich von Muskel zu Sehne. Diese Punkte können:
- Bewegung einschränken
- Schmerzen verursachen
- andere Körperregionen in Mitleidenschaft ziehen („referred pain“)
Ursachen sind u. a.:
- chronische Fehlbelastung
- Übertraining oder Unterforderung
- Stress
- falsche Haltungsbedingungen
- Verletzungen
Stresspunkte entstehen durch ein Ungleichgewicht im myofaszialen Netzwerk – und können sich über den gesamten Körper auswirken.
Was Stresspunktmassage bewirken kann
Durch gezielte, punktuelle Massage lassen sich diese Verhärtungen aufspüren und beeinflussen.
Mit jeder Behandlung verändern wir die Spannung im myofaszialen System – und damit die Statik und Bewegungsqualität des Pferdes.
Eine der effektivsten Methoden ist die Stresspunktmassage nach Jack Meagher.
Diese Methode wurde auch wissenschaftlich untersucht und hat sich sowohl im Human- als auch im Pferdebereich etabliert.
Stresspunktmassage als Prävention & Therapie
Richtig angewendet kann Stresspunktmassage:
- Schmerzen reduzieren
- Beweglichkeit verbessern
- muskuläre Dysbalancen ausgleichen
- Rehabilitation beschleunigen
- langfristig zur Gesunderhaltung beitragen
Oft verbessert sich das Wohlbefinden des Pferdes bereits nach der ersten Behandlung. Aktive Stresspunkte benötigen jedoch mehrere Sitzungen – Geduld und Systematik sind entscheidend.
Fazit: Bewegung ist Leben
Massage ist ein zentraler Baustein ganzheitlicher Pferdegesundheit.
Sie verbessert die Lebensqualität, unterstützt Leistung und hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beeinflussen.
Oder anders gesagt:
„Bewegung ist Leben.“
Stresspunktmassage beim Pferd – gezielt behandeln statt nur massieren

Viele Muskelverspannungen bleiben unentdeckt – und sind der eigentliche Grund für Bewegungseinschränkungen, Rittigkeitsprobleme oder wiederkehrende „Blockaden“.
In unserer Masterclass zur Stresspunktmassage beim Pferd lernst Du Schritt für Schritt,
wie Du relevante Stresspunkte sicher findest, fachlich einordnest und gezielt behandelst – praxisnah, pferdegerecht und verständlich erklärt.
Das lernst Du im Kurs:
- ✔ Stress- und Triggerpunkte sicher erkennen und unterscheiden
- ✔ Zusammenhänge im myofaszialen Netzwerk verstehen
- ✔ Effektive, sanfte Massage-Techniken korrekt anwenden
- ✔ Beweglichkeit, Losgelassenheit und Wohlbefinden nachhaltig verbessern
- ✔ Massage sinnvoll mit Dehnübungen kombinieren
Für wen ist der Kurs geeignet?
- Pferdebesitzer, die ihr Pferd besser verstehen und unterstützen möchten
- Reiter und Ausbilder, die Rittigkeitsprobleme an der Ursache angehen wollen
- Therapeuten in Ausbildung oder zur fachlichen Vertiefung
Dein Mehrwert
✔ fundiertes Fachwissen
✔ praxisorientierte Anleitung
✔ sofort im Alltag umsetzbar
✔ unabhängig von Disziplin oder Ausbildungsstand des Pferdes
Jetzt mehr erfahren und Stresspunktmassage beim Pferd professionell erlernen
