Genussvoll Reiten in der Légèreté… schon probiert?

Kürzlich hatte ich nun endlich das Glück, Pascal Berthiers Erstlingswerk „Genussvoll Reiten in der Légèreté, schon probiert“ zu lesen.
Was soll ich sagen? Ich habe es erst nach 2 Tagen weggelegt und und bereits zu Ende „gelesen“.

Natürlich ist es nach wenigen Tagen erst komplett „gelesen“ – und nur halb „erfasst“ und noch gar nicht „bearbeitet“….aber schon jetzt möchte ich Pascale danken, dass Sie mein nicht gerade kleines Bücher-Regal mit einem „aussergewöhnlichen“ Werk bereichert!

 

Es war sehr erfrischend das Buch (zunächst als „Roman“, später dann als hilfreiches Werk bei der Arbeit) zu lesen, denn es hatte etwas, was viele Bücher im Bücher-Regal eines Reiters nicht haben:
Humor!
Es macht fröhlich, man kann schmunzeln und auch mal herzhaft lachen, natürlich war es auch noch traurig, ohne aber im Kern auf die Vermittlung von nützlichem Wissen zu verzichten.
Die Lektüre hat mir, der leider nur sehr wenig „persönlich“ mit Jean Claude in Kontakt gekommen ist, sehr viele Erinnerungen, an jene Tage im Jahre 2008 bei uns in Bochum, zurückgebracht.
Noch heute sehe ich meinen Unterricht (und den unserer Tochter) bei diesem großen Reitmeister vor meinen Augen (und habe die Stimmen von Jean Claude Racinet und auch Pascale Berthier im Ohr) und so erfreut es mich diese besondere Person, die Jean Claude Racinet war, in diesem Buch erneut näher kennengelernt zu haben.
Natürlich erfährt man auch eine Menge über Pascale Berthier, ihren Humor, ihre Beziehung zu Racinet und sieht wie das Wissen, welches Racinet mit ihr teilte nun über sie an andere weitergegeben wird.
Als Leser der Werke Racinets hatte ich viele der fachlichen Anweisungen schon einmal gelesen, oder aus Erzählungen und Diskussionen von Ihnen gehört, aber schön, dass dieses Wissen nun auf so ganz andere Art wieder entgegengebracht worden ist.
Denjenigen, denen die Bücher von Jean Claude manchmal ein wenig zu fachlich und komplex erscheinen, bietet Pascale Berthiers Buch einen idealen Einstieg in die Reitweise der Légèreté.

Aber nicht nur bereits niedergeschriebenes Wissen Racinets wird neu aufbereitet, sondern auch bisher wenig Festgehaltenes, wie das Longieren nach Racinet, wird erstmalig überhaupt in Text und Bild festgehalten.
Die Art und Weise, wie Racinet mit der Biomechnaik eines Pferdes, vor allem mit den individuellen Problemen eines jeden Pferdes, gearbeitet hat, fasziniert mich noch heute.
Den am Ende des Buches festgehaltenen Dialog zwischen Pascale Berthier und Frau S.W. kann ich mir sehr gut vorstellen, da ich der Stunde von Frau S.W. bei Racinet zugesehen habe.
Es war eine beeindruckende Lehreinheit, bei der ein Pferd als Individuum, mit seinen physiologischen Problemen im Vordergrund stand und in der sich ein großer französischer Reitmeister und eine Osteopatin auf Augenhöhe unterhielten. In kürzester Zeit konnte man beeindruckende Veränderungen an der psychischen, als auch an der physischen Verfassung des Pferdes bemerken.
Diese Veranstaltung war mit prägend für die Idee eine Ausbildung zum Physiotherapeuten für Pferde zu beginnen – um so interessanter war es, eben dieses Pferd von Frau S.W. in dieser Ausbildung erneut anzutreffen!
Auch wenn die Légèrté den meisten Reitern noch sehr unbekannt ist, so stellt sich heraus, dass Viele ein Interesse daran haben „umzudenken“.
Denn ihnen ist klar: Etwas in der heutigen Reiterei stimmt nicht.
Lediglich ein greifbarer Ansatz fehlt Ihnen.
Erklärt man Ihnen aber die Hintergründe so werden sie immer neugieriger und sind fasziniert von den Grundgedanken der Reitweise der Légèreté.

Hier kann man sehr gut Physiotherapie und die Lehren Racinets verbinden – denn wie Pascale Berthier es ebenfalls im Buch wiedergibt, hatte Racinet stets versucht seine Theorien und Lehren fachlich zu erproben und biomechanisch zu untermauern.
Physiologische Probleme des Pferdes sind oft reiterlich zu suchen und Racinets Anliegen, und das war so bewundernswert, lag nicht in der Weitergabe von Phrasen und Floskeln, sondern er stellte das Pferd in den Mittelpunkt und versuchte die Probleme und vor allem deren Ursachen zu ergründen, zu behandeln und zukünftig zu vermeiden.
Die Légèrete könnte man in Ansätzen auch als osteopatisches oder physiotherapeutisches Reiten bezeichnen.
Gut – die Nutzung der Légèreté ist für die Zunft der „Physiotherapeuten“ und „Osteopathen“ gar nicht so gewinnbringend… wenn sie sich ausbreiten würde – sie würden teils arbeitslos… 🙂

Daher also zunächst Danke an Pascale Berthier für die Stunden der Unterhaltung und ich freue mich darauf Dir zukünftig von den Stunden der Information zu berichten…
wenn es dann gilt das Wissen um den Einsatz in der Praxis zu erarbeiten…
Ausserdem hoffe ich natürlich ,dass Pascale Berthier weiterhin Ihr Wissen mit uns teilen wird.

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