Stresspunktmassage in der Pferdephysiotherapie

Fast alle Pferde erleiden in sämtlichen Einsatzbereichen mehr oder weniger oft Muskelverspannungen bis hin zu regelrechten Verklebungen der Muskelfasern.

Seit einigen Jahren ist die Stresspunktmassage als Form der effektiven Massage, sowohl im Humanbereich, z.B. in der physiotherapeutischen Begleitung von Leistungssportlern, als auch im Bereich der Therapie von Problemen beim Pferd etabliert.

Mittels der Techniken der Stresspunktmassage hat der Physiotherapeut die Möglichkeit muskulären Verspannungen zu finden und mit gezielter punktueller Massagetechnik zu therapieren. Beim Pferd liegen diese Punkte in der Regel am Übergang vom Muskel zur Sehne.

 

„Pferde sind besser drauf, wenn sie sich besser bewegen können.
Je lockerer das Pferd ist, desto länger hält es durch.“

– Jack Meagher Begründer der Stresspunktmassage

Was ist die Stresspunktmassage

Die Stresspunktmassage beim Pferd ist eine effektive Methode, um muskuläre Dysfunktionen sowohl zuverlässig zu lokalisieren als auch gezielt zu behandeln.
Die meisten Stresspunkte liegen an den Übergängen von Muskel zu Sehne.
Mit der richtigen Technik kann man diese Punkte sicher finden und mit präzisem, punktuellem Druck nachhaltig lösen.

Der Vorteil: Die Lage der Stresspunkte zur Tiefenmassage ist bei allen Pferden gleich. Durch unterschiedliche Nutzung sind Punkte in der Intensität verschieden betroffen, aber eine Lageveränderung entsteht nicht.

Die höchstmögliche Beweglichkeit Ihres Pferdes wird so wieder hergestellt, gefördert, in Takt gehalten. Denn…

„Bewegung ist Leben“

Das allgemeine Wohlbefinden des Tiers verbesserert sich oftmals schon nach der erster Behandlung, denn viele “kleinere” Verspannungen lassen sich bereits bei der ersten Behandlung lösen, andere sogenannte “aktive” Stresspunkte müssen allerdings mehrfach behandelt werden, bis die Verspannungen vollständig beseitigt sind.

Eine Behandlung des Pferde mittels Stresspunktmassage ist daher nicht nur als Teil eines Rehabilitatonsprogramms sinnvoll, sondern kann auch als Präventativbehandlung genutzt werden, um Muskeln geschmeidig zu halten und Bewegungseinschränkungen vorzubeugen.

Nach der Stresspunkt-Behandlung ist es erforderlich die einzelnen betroffenen Muskelgruppen zu “dehnen”. Ausserdem sollte das Pferd, im Gegensatz zu osteotherapeutischen Behandlungen, bewegt werden.

Übrigens ist diese Methode der Massage in Amerika durch eine Studie als effektiv wirksam ausgewiesen worden. 2001 wurde diese im Journal der American Massage Therapie Association veröffentlicht. 
https://www.sportsmassageinc.com/EffectsOfSportsMassage.pdf

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Was ist ein Triggerpunkt?

Ein (myofaszialer) Triggerpunkt ist ein kleiner, verhärteter Knoten in der Muskulatur oder im umgebenden Bindegewebe – meist spürbar als druckempfindlicher Punkt.
In der Praxis spielen vor allem muskuläre Triggerpunkte eine Rolle.

Wichtig:
Ein Triggerpunkt ist kein fester Zustand, sondern ein Entwicklungsprozess – und dieser ist grundsätzlich umkehrbar, also von uns behandelbar.

Stress- bzw. Triggerpunkte können durch verschiedene Faktoren aktiviert werden, wie zum Beispiel:

  • übermäßige körperliche Anstrengung
  • chronische Fehlbelastung
  • emotionaler Stress
  • falsche Körperhaltung
  • oder Verletzungen.

Verstärkt werden kann die Problematik aber auch durch geringe oder sogar fehlende Bewegung der Pferde (Stichwort Haltungsbedingungen).

Das Auftreten von Stress- bzw. Triggerpunkten resultiert aus einem Ungleichgewicht in den Funktionsketten der Muskeln und Faszien. Infolgedessen kommt es zu einem Ungleichgewicht im Muskeltonus, zu Verklebungen und Verspannungen, welche sich dann über den ganzen Körper ausbreiten.

Letztlich kann es durch diese Statikveränderungen des myofaszialen Netzwerks zu regelrechten Blockaden in verschiedenen Abschnitten der Wirbelsäule mit Einschränkungen der Bewegung und der Funktionalität kommen.

Neben den “lokalen” Schmerzen können sich auch an weiter entfernten Körperstellen am Pferd Schmerzen bilden. Auf den ersten Blick müssen diese gar nicht in Zusammenhang gebracht werden. Diese entfernten Schmerzsymptome nennt man „referred pain“.

Durch gezielte Massagen und Dehnübungen können wir diese Punkte aber aufspüren und die Schmerzen reduzieren. Mit jeder Behandlung nehmen wir so immer auch einen direkten Einfluss auf das myofasziale Netzwerk und führen eine Veränderung der Statik dieses Netzwerks herbei.

Die Vorgehensweise der Behandlung von Stresspunkten

Direkter Druck mit den Fingerspitzen oder dem Daumen auf die lokalisierte Stelle bewirken eine Verbesserung der Durchblutung. Im Gewebe werden Histamin und Azetylcholin freigesetzt, die für eine lang anhaltende Durchblutung sorgen (kann durch Thermografie nachgewiesen werden).

Druck auf verspanntes Gewebe bewirkt Schmerzen, d. h., alleine durch Kenntnis der am meisten verspannten Zonen und der Reaktion des Pferdes auf Druck lässt sich das Problem finden und der Schweregrad feststellen. Außerdem ist es nach entsprechender Übung und Erfahrung häufig möglich, mit bloßer Hand ein Problem anhand des Spannungszustandes der Muskulatur zu lokalisieren.

Zwei wesentliche Vorteile dieser Massage sind zu erwähnen:

  1. Die sofortige Wirkung: Ein fachgerecht behandeltes Pferd zeigt in der ersten Bewegung nach der Behandlung sofort freiere Bewegung und eine Abnahme der Schmerzsymptomatik.
  2. Bei Anstrengung in Sport und Freizeit entstehen je nach Training und Belastung immer Muskelprobleme. Hier kann durch Vorbeugung größeren Schäden entgegengewirkt werden.
Viele Pferde genießen die Behandlung mittels Stresspunktmassage

“Die Stresspunktmassage ist für mich persönlich eines der wichtigsten Werkzeuge, die ich während meiner Ausbildung kennengelernt habe – und eines, das ich bis heute mit höchster Priorität einsetze.
Sie bildet eine zentrale Grundlage meiner therapeutischen Arbeit und ergänzt viele andere Behandlungsmethoden sinnvoll – im Training, in der Therapie und in der Prävention.”


Chris Debski – Pferdephysiotherapeut

Indikationen für eine mögliche physiotherapeutische Behandlung mittels Stresspunktmassage:

  • Mangelnde Losgelassenheit
  • Bewegungseinschränkungen (bis hin zu Lahmheiten)
  • Steifigkeit des Pferdes: z.B. Stellungsprobleme
  • Schmerzreaktionen – z.B. beim Satteln, Putzen
  • Rittigkeitsprobleme: z.B. Händigkeit, Kreuzgalopp, Taktfehler, Verwerfen
  • Verminderte Muskelkraft, Ermüdung, häufiges Stolpern
  • Beseitigung von Verklebungen

Wichtig: Die Stresspunktmassage wird immer mit der Pferdephysiotherapie kombiniert und ersetzt diese nicht. Die Behandlung  erfolgt immer erst in Folge einer kompletten Anamnese, also Untersuchung des Pferdes. Wie auch andere Behandlungsmethoden ist die Stresspunktmassage ein „Werkzeug“ das gezielt ergänzend eingesetzt wird. Eine weitere sehr effektive Methode zur Behandlung muskulärer Probleme beim Pferd ist das Dry-Needling.

Weitere Infos zum Dry-Needling

Wenn Du Stresspunkte nicht nur erkennen, sondern sie anatomisch korrekt einordnen und sicher behandeln möchtest, bietet die Masterclass Stresspunkt- & Triggerpunktmassage beim Pferd eine strukturierte, praxisnahe Fortbildung.
Du lernst die präzise Lokalisation, Palpation und Behandlung der Stresspunkte nach einem klaren, nachvollziehbaren System – eingebettet in anatomische, myofasziale und neuromuskuläre Zusammenhänge.

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